Berlin


Als Hauptstadt und europäische Metropole ist sich Berlin seiner besonderen klimapolitischen Verantwortung bewusst und reagiert wie viele andere internationale Metropolen auf die Herausforderungen des Klimawandels. Berlin verfolgt das langfristige Ziel, sich bis zum Jahr 2050 zu einer klimaneutralen Stadt zu entwickeln. Das heißt, dass die Kohlendioxidemissionen – bezogen auf das Basisjahr 1990 – um 85 bis 95 Prozent reduziert werden müssen.


Das im Berliner Energiewendegesetz verankerte „Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm (BEK)“ enthält konkrete Maßnahmen in den Handlungsfeldern Energie, Verkehr, Gebäude- und Stadtentwicklung, Wirtschaft sowie Private Haushalte und Konsum (in dem auch Maßnahmen zur Bildung enthalten sind), um das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen und sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen.

Klimaschutz und Klimaanpassung sind Querschnittsaufgaben und können nur gelingen, wenn sich die gesamte Stadtgesellschaft an der Umsetzung beteiligt. Wir Infrastrukturunternehmen leisten unseren Beitrag und zeigen hier Möglichkeiten zum Handeln auf.

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Im Land Berlin fallen rund 8 Millionen Tonnen Abfall pro Jahr an (Zahlen von 2018). Pro Stunde werden in Berlin 30.000 Plastiktüten und 20.000 Einweg-Becher verbraucht. Am Ende eines Jahres haben die Berliner Haushalte 800.000 Tonnen Restmüll für die graue Tonne produziert. Die restlichen 7,2 Millionen Tonnen setzen sich aus Verpackungsmüll, Biomüll, Glas, Papier, gemischten gewerblichen Abfällen, Bau-und Abbruchabfällen, Klärschlamm und Sonderabfällen zusammen.

Abfälle werden heute zunehmend als Ersatz für wertvolle Rohstoffe und als Energieträger genutzt. Detaillierte gesetzliche Regelungen sorgen für hohe Umweltstandards in der Kreislaufwirtschaft.

Die Nutzung der Abfälle leistet einen wesentlichen Beitrag zur Minderung von Treibhausgasen. Sie dient gleichzeitig der Schonung von wertvollen, endlichen Vorräten an Rohstoffen auf unserer Erde und trägt wesentlich zum Schutz unseres Klimas bei.

Das Verbot der Abfalldeponierung, eine stärkere Abfallvermeidung, bessere Abfalltrennung und die Verwertung von Abfällen sowie hochwertige und emissionsarme Abfallbehandlungsmethoden sind im Abfallwirtschaftskonzept des Landes Berlin verankert.

Letztendlich ist jede Bürgerin und jeder Bürger Berlins gefordert, aktiv das Klima zu schützen, um unseren nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Zukunft nachhaltig zu sichern.

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+Energie

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Eine nachhaltige Energieversorgung ist zentral für jede Gesellschaft und deren Entwicklung. Sie berührt Fragen der wirtschaftlichen Entwicklung, des Umwelt- und Klimaschutzes, der Gesundheit und Bildung. Ihre gesicherte und bezahlbare Bereitstellung ist Voraussetzung für alle Prozesse des alltäglichen Lebens.

Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum führen zu stark steigendem Energiebedarf. Szenarien gehen davon aus, dass der Energieverbrauch in 20 Jahren weltweit um bis zu 50 Prozent steigt.

Gerade vor dem Hintergrund des globalen Klimawandels muss der Energiesektor zukünftig "kohlenstoffarm" sein, das heißt möglichst wenig Kohlendioxid-Emissionen verursachen.

Dies gilt auch für eine Stadt wie Berlin, die Jahr für Jahr um 40.000 bis 50.000 Einwohnerinnen und Einwohner wächst und vielleicht bald 4 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner haben wird.

Berlin hat sehr ehrgeizige Ziele im Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm formuliert: Es soll bis 2050 klimaneutral werden und die CO2-Emissionen sollen um 80 bis 95 Prozent gegenüber dem Ausgangsjahr 1990 reduziert werden. Diese Herausforderung ist gewaltig. Denn zur Zeit verursacht die überwiegend auf fossilen Energieträgern basierende Energieversorgung der Stadt Kohlenstoffdioxid-(CO2)-Emissionen von rund 20 Millionen Tonnen pro Jahr. Verantwortlich dafür sind die Industrie, der Verkehr und mit einem Anteil von allein ungefähr 50 Prozent der Gebäudebestand mit rund 320.000 Wohngebäuden und seinen 1,9 Millionen Wohnungen. Es sind daher massive Steigerungen  des Anteils erneuerbarer Energiequellen am Energiemix, mehr Investitionen in Energieeffizienz und ein weitreichender Ausstieg aus fossilen Energieträgern ("Dekarbonisierung") erforderlich.

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+Mobilität

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In einer Großstadt wie Berlin hat Mobilität einen großen Einfluss auf die Lebensqualität. Jede Bewohnerin und jeder Bewohner Berlins möchte einfach, schnell und sicher von A nach B kommen, wobei die Möglichkeiten der Fortbewegung sehr vielfältig sind und auch immer wieder Neue hinzukommen. Dadurch entsteht in der Stadt viel Verkehr, der mal mehr, mal weniger umweltfreundlich ist. Die Umweltbelastung, tendenziell steigende Energiepreise und Auswirkungen des Klimawandels verstärken die Notwendigkeit, städtische Mobilität neu zu definieren und einen Wandlungsprozess aktiv zu gestalten.

In Metropolen wie Berlin ist die Klimabelastung durch den Verkehr mit seinen Kohlenstoffdioxid(CO2)-Emissionen eine der Herausforderungen. Enorme Mengen an CO2-Emissionen gilt es zur Erhaltung unserer Umwelt dringend zu reduzieren. Wer das Fahrrad, den Bus oder die Bahn nutzt, ist beispielsweise deutlich umweltschonender unterwegs als mit dem Auto. Über 1,1 Milliarden Fahrgäste der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) fuhren 2019 mit gutem Beispiel voran. So wurden rund 850 Millionen Pkw-Fahrten ersetzt und damit 600.000 Tonnen CO2-Emissionen gegenüber einer allein auf Autoverkehr setzenden Metropole eingespart.

Es liegt also bei jedem Einzelnen, mögliche Einsparpotentiale umzusetzen, um die Bilanz aller Umwelt- und Klimawirkungen positiv zu beeinflussen und zu einer Wende hin zur klimafreundlichen Mobilität beizutragen. Eine einfache Möglichkeit dafür, besteht zum Beispiel darin seine Wegestrecken effektiver zu planen und vor allem umweltschonende und energieeffiziente Verkehrsmittel zu wählen.

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+Wasser

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Der städtische Wasserhaushalt Berlins ist durch seine enge Verknüpfung mit den globalen und regionalen Wasserkreisläufen unmittelbar von klimatischen Veränderungen betroffen.

Über dem Stadtgebiet fallen jährlich rund 522 Millionen Kubikmeter (m3) Niederschlagswasser an. Davon verdunsten in etwa 310 Millionen m3, 142 Millionen m3 versickern und knapp 70 Millionen m3 werden über die Kanalisation abgeleitet.

Die mit dem Klimawandel prognostizierte Zunahme von Starkregenereignissen im stark versiegelten Stadtraum kann zu Überflutungen und damit zu Schäden führen. Dem kann entgegengewirkt werden, indem Flächen entsiegelt oder so angelegt werden, dass sie Niederschlagswasser aufnehmen oder zwischenspeichern.

Aus dem geschützten Grundwasservorkommen des Berliner Urstromtals wird das Berliner Trinkwasser gewonnen. Es ist ein wichtiges Lebensmittel und ein Naturprodukt. Auch unter ökologischen Gesichtspunkten ist es unschlagbar. Denn während andere Wassersorten in Flaschen abgefüllt sowie mehrfach hin- und hergefahren werden, bekommt man Leitungswasser immer frisch und kühl direkt aus dem Hahn.

Für die Förderung von Rohwasser, die Aufbereitung und Verteilung von Trinkwasser sowie für die Sammlung, Fortleitung und Reinigung von Abwasser wird Energie eingesetzt. So werden zur Abwasserentsorgung Berlins neben dem engmaschigen Kanalnetz, 163 Pumpwerke, 1.183 Kilometer Druckrohrleitungen und sechs Klärwerke betrieben. Deshalb ist es wichtig, dass die Toilette nicht als Mülleimer benutzt wird, das bereitet viele Probleme und erfordert einen höheren Energieeinsatz bei der Entsorgung.

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